Achtsamkeit

Achtsamkeit ist die Bewusstheit, die entsteht, indem wir im gegenwärtigen Moment absichtlich und ohne zu urteilen aufmerksam sind.
Jon Kabat-Zinn (Begründer MBSR)

Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegen unsere Freiheit und die Möglichkeit, unsere Antwort zu wählen. In unserer Antwort liegen unser Wachstum und unsere Freiheit.”
Neurologe und Psychiater Viktor E. Frankl

ACHTSAMKEIT zu üben, führt zu mehr innerer Ausgeglichenheit. Unser Körper reagiert schnell und sehr sensibel darauf, wenn wir bewusst aufmerksamer mit ihm umgehen. Seine Regenerationsfähigkeit wird gestärkt, wir fühlen uns wohler und sind gesünder. Mit Achtsamkeit beginnt der Weg in die persönliche Veränderung/Verwandlung.

ACHTSAMKEIT stärkt die Fähigkeit, sich selbst besser zu regulieren, d. h. einen Zugang zu dem eigenen Körper zu haben, indem wir uns unserer angenehmen sowie unangenehmen Empfindungen bewusst werden, ohne sie zu verurteilen oder zu bewerten. Wir haben in diesem Moment die Wahl, wie wir darauf reagieren wollen (wir sind außerhalb unseres “Autopiloten”). Das ist entscheidend: Wir sind fähig zu wählen! Oft können wir das nicht, weil nämlich unsere alten Verhaltensmuster ganz automatisch die Regie übernehmen.

ACHTSAMKEIT können wir auf unterschiedliche Weise praktizieren. Einerseits können wir  Achtsamkeitsübungen wie ein „Pflaster“ nutzen, um es auf unsere unangenehmen Empfindungen oder die immer wiederkehrenden Gefühle zu kleben (“bloß nicht genau hinschauen!”). Heißt:  Wir beruhigen/entspannen uns, um uns besser zu fühlen und dann noch optimaler funktionieren zu können! Oder wir nutzen sinnvollerweise die einsetzende innere Ruhe/Entspannung, um uns anschließend auch unseren unangenehmen Gedanken, Gefühlen und Körperempfindungen zuzuwenden (hier hilft die Focusingmethode). Alles, was wir in der Regel mithilfe zahlreicher Übungen am liebsten weg-meditieren , weg-atmen, weg-klopfen, weg-bewegen wollen (durch Meditation, Yoga, Joggen und andere Bewegungsformen), nehmen wir annehmend wahr und gehen damit in einen inneren Dialog.

Focus on your
inner experience

Was ist Focusing

FOCUSING

“Focus on your inner experience”, so lautete anfangs die wiederkehrende Aufforderung von Eugene Gendlin innerhalb einer Gruppe von Übenden, ihre Aufmerksamkeit auf ihr inneres Erleben zu richten. Dann verkürzte sie sich “Do focusing!” und so entstand die Bezeichnung seiner Methode.

Eugene Gendlin, Philosoph und Psychotherapeut, hat diese Methode bereits in den 1970er Jahren entwickelt. Er fand einen Weg, wie man eine wirkungsvolle Fertigkeit von erfolgreichen Therapie-Patienten lehrbar machen kann – nicht nur um Psychotherapie zu verbessern, sondern um es allen Menschen verfügbar zu machen. Focusing ist eine natürliche menschliche Anlage, die jeder hat. Wir werden alle mit der Fähigkeit geboren zu wissen, wie wir uns fühlen und was richtig für uns ist. Unser Organismus weiß das ganz von selbst. Ein Baby weiß, was für es richtig und gut ist. Es fühlt sich geborgen, wenn es den liebevollen Blick der Mutter wahrnimmt und spürt. Es geht natürlich davon aus, dass es von einer liebevollen Mutter gehalten und versorgt wird. Kann die Mutter das Kind zu Beginn des Lebens – aus den verschiedensten Gründen – nicht gut versorgen, trägt diese Situation bereits dazu bei, dass sich erste Blockaden in der frühen Entwicklung bilden. Für die meisten für von uns haben solche schmerzhaften Erfahrungen in der Kindheit oder später dazu geführt, dass wir das Vertrauen in unseren Körper und unsere Gefühle verloren haben. Das können wir durch Focusing wieder aufdecken, indem wir in unseren Körper hineinspüren und uns immer mal wieder mit liebevollem Interesse an uns selbst fragen, wie es uns geht und wie wir gerade mit uns selbst, mit unserem Körper und seinen Empfindungen in Beziehung sind.

Du nimmst achtsam wahr, was in Deinem Körper geschieht und musst gar nichts Besonderes tun. Wenn Du Veränderung willst, ist es notwendig, Dich immer wieder zu erinnern und bemerken zu wollen, was im Augenblick in Dir los ist. Du bist sehr interessiert an dem, was gerade in Dir geschieht. Du bist (kindlich) neugierig und beobachtest, wie und wo sich etwas gespürt im Deinem Körper zeigt. Diesen inneren Anteilen begegnest Du auf der körperlich gefühlten Ebene und so entsteht ein spürbarer Prozess, der Dir den nächsten Schritt zu einer für Dich stimmigen Lösung zeigt. Wenn Du das einige Male er-lebt hast, lernst Du mehr und mehr, der Weisheit Deines Körpers zu vertrauen. Indem Du dir interessiert begegnest, Dich bewusst für Dich und Dein Wohlbefinden entscheidest, entwickelt sich – ohne dafür “arbeiten” zu müssen – ein liebevollerer Umgang mit Dir selbst. Selbstliebe geschieht,  – wenn wir auf diese Weise präsent und mit uns in Kontakt sind.

Polyvagaltheori